Mocheni

Die “Mocheni”

Das Fersental, eine deutsche Sprachinsel im Trentino

Wenige Kilometer von Trient entfernt, in der Nähe von Pergine di Valsugana, beginnt das Fersental, in italienisch “Valle dei Mocheni” und ladinisch “Bersntol” genannt. Bis heute hat sich hier eine stark von Tiroler und Bayrischen Einflüssen geprägte zimbrische Mundart erhalten, die auf das 14. und 15. Jahrhundert zurückgeht.

Die ersten Siedler gruben im Fersental nach Kupfer und Silber, später lebten sie immer mehr von der Landwirtschaft. Armut zwang viele von ihnen, auf Wanderschaft ins benachbarte deutschsprachige Tirol zu gehen, wo sie als Kesselflicker und “Allesmacher” (daher vielleicht auch das italienische Wort “Mocheni”, nämlich von “machen”) bekannt waren. Dies brachte mit der Zeit immer neue deutsche Fragmente in die örtliche Sprache, welche sich somit von den anderen zimbrischen Sprachinseln des Trentino und Veneto unterscheidet.

Unter dem Faschismus versuchte man gewaltsam die deutschsprachigen Fersentaler zu assimilieren. Dies und die Abwanderung vieler Einheimischer aufgrund der geringen wirtschaftlichen Möglichkeiten hat die Anzahl der Fersentaler, die noch heute ihre ursprüngliche Sprache sprechen, reduziert. In den letzten Jahren wurden jedoch konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet, um diesem “Trend” entgegenzuwirken. Mit Erfolg.

Die Ortschaften, in denen auch heute noch die alte zimbrische Sprache verbreitet ist, sind Eichleit (Roveda), Gereut (Frassilongo), Florutz (Fierozzo) mit den Fraktionen S. Franz und S. Felix, und Palai (Palù di Fersina).


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